02.12.15 15:34

Forschungsstarke HHU: DFG bewilligt neuen Sonderforschungsbereich zu Membransystemen (SFB 1208)

Von: Carolin Grape

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet zum 1. Januar 2016 den Sonderforschungsbereich SFB 1208 „Identität und Dynamik von Membransystemen – von Molekülen bis zu zellulären Funktionen“ an der Heinrich-Heine-Universität ein. Unter der Leitung von Prof. Dr. Lutz Schmitt (Lehrstuhl für Biochemie I) werden Arbeitsgruppen aus Biologie, Chemie, Pharmazie sowie der Medizinischen Fakultät für zunächst 4 Jahre forschen. Angelegt ist die Forschung auf die maximale Laufzeit von 12 Jahren. Gut 10 Millionen Euro stellt die DFG für die erste Periode zur Verfügung.

Prof. Dr. Lutz Schmitt

 

Rektorin Prof. Dr. Anja Steinbeck erklärte: „Ich gratuliere dem Sprecher des Sonderforschungsbereichs, Herrn Prof. Schmitt, sowie allen beteiligten Wissenschaftlern zu diesem tollen Erfolg. Die Förderentscheidung der DFG bestätigt, dass die Lebenswissenschaften eine herausragende Rolle in der Forschung der HHU spielen. Der neue SFB baut auf vorhandene Stärken der Universität auf und vernetzt die Forschungsschwerpunkte der Medizinischen Fakultät und der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät. Nun zahlt sich aus, dass die HHU in den letzten Jahren mit einer Reihe strategischer Maßnahmen ihre Spitzenforschung gestärkt hat und dies auch weiter tun wird. Zu diesen Maßnahmen gehören insbesondere gezielte Neuberufungen oder die Investition in Forschungsgebäude, wie etwa in das Zentrum für Synthetische Lebenswissenschaften.“

Biologische Membranen sind eine Voraussetzung für Leben. Sie grenzen eine Zelle nach außen ab oder teilen ihr Inneres in verschiedene Kompartimente auf. Abhängig von externen und internen Reizen verändern sich Membranen jedoch ständig und erfüllen situationsbedingt verschiedenste Aufgaben.

Was bestimmt die Identität von Membranen und wie kontrollieren sie ihre dynamischen Prozesse in Raum und Zeit? Welche Rolle spielen hier ihre Bestandteile, besonders ihre Membranproteine und Membranproteinkomplexe? Dies sind die fundamentalen Fragen, die in diesem SFB adressiert werden sollen. Als Modellsysteme sind daher unterschiedliche ein- und multizelluläre Organismen ausgewählt worden, um die Identität und Dynamik ihrer Membransysteme zu analysieren. Diese Untersuchungen basieren auf einem zweifachen Ansatz, der zum einen vom individuellen Membranprotein bzw. seinem Komplex zum anderen aber auch vom gesamten Membransystem ausgeht. Dazu vereint der SFB ein einzigartiges Methodenspektrum, das strukturelle, biochemische und zelluläre Techniken kombiniert, um die molekularen und zellulären Prozesse auf den relevanten Zeitskalen (Nanosekunden bis zu Tagen) aufzuklären.

Besonders am Institut für Biochemie ist die Freude über die Bewilligung des SFB 1208 durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft groß. Professor Lutz Schmitt, Lehrstuhlinhaber und designierter Sprecher: „Dieser multidisziplinäre Ansatz, der intensive methodische und konzeptionelle Zusammenarbeiten beinhaltet, dient dem Ziel, das multidimensionale Zusammenspiel der einzelnen Komponenten unterschiedlicher Membransysteme und der Membran als Einheit zu bestimmen. So soll die Grundlage einer Vielzahl essentieller biologischer Prozesse im Detail besser verstanden werden.“

(Carolin Grape)

 

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Lutz Schmitt
Lehrstuhl für Biochemie I
Tel.: +49 211 81-10773

 

 

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