06.11.2019 07:26

Prof. Dr. em. Dietrich Mootz, von 1973 bis 1998 Inhaber des Lehrstuhls für Anorganische Chemie und Strukturchemie II an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, ist am 10.10.2019 im Alter von 86 Jahren verstorben.

Prof. Dr. em. Dietrich Mootz im Alter von 86 Jahren verstorben

Von: Klaus Schaper

Prof. Dr. em. Dietrich Mootz

Dietrich Mootz wurde am 20. Juni 1933 in Wilhelmshaven als zweites Kind des Marineoffiziers Hermann Mootz und der Bankangestellten Gertrud Mootz geboren. Schulbesuche in Kiel, Swinemünde, Schwerin an der Warthe, Wittingen und Uelzen, wo er 1952 das Abitur machte, zeugen von einem bewegten Leben in Kindheit und Jugendzeit. Sein Studium der Chemie an der damaligen TH Braunschweig schloss er 1957 mit der Diplomarbeit zum Thema „Ramanspektroskopie an Festkörpern“ bei Prof. Dr. Horst Luther ab. Für die Promotion wechselte er an die TU Berlin und fertigte bis 1959 seine Doktorarbeit zum Thema Kristallstrukturbestimmung bei Prof. Dr. Karl Plieth im Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin-Dahlem an. Zwischen 1959-1963 war er, zurückgekehrt nach Braunschweig, als Wissenschaftlicher Assistent im Institut für Anorganische Chemie der TU mit dem Aufbau einer eigenen Arbeitsgruppe und der Durchführung von Kristallstrukturanalysen an elementorganischen Verbindungen beschäftigt. An die Habilitation im Jahr 1963 schloss sich bis 1965 ein Aufenthalt in den USA als Visiting Research Associate bei Prof. George A. Jeffrey im Crystallography Laboratory der University of Pittsburgh in Pittsburgh, PA an. Weitere Stationen seines Schaffens waren 1965-1971, als Hochschuldozent und apl. Professor, an der TU Braunschweig im Institut für Molekulare Biologie, Biochemie und Biophysik in Stöckheim bei Braunschweig in dessen Aufbauphase (später: Gesellschaft für Biotechnologische Forschung mbH, heute Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung GmbH), und 1971-1973, als Gruppenleiter, im gerade gegründeten Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart. Von dort wurde er 1973 an die HHUD auf den Lehrstuhl II im Institut für Anorganische Chemie und Strukturchemie berufen, den er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1998 innehatte. In den Jahren 1978-1980 war er Dekan und Prodekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät.  Seine Forschungsgebiete waren die Strukturchemie von Chalkogen- und Chalkogenid-halogeniden, von Phosphaten, Metallkomplexen und auch organischen Verbindungen. Herausragend waren die Untersuchungen zu tiefschmelzenden Substanzen und Systemen, für die er wichtige methodische und apparative Entwicklungen für Untersuchungen bei tiefen Temperaturen vorantrieb, die dann zu grundlegenden Erkenntnissen vor allem zu kleinen Molekülen aus der Fluorchemie, zu Hydraten, Clathrathydraten und zahlreichen Addukten von Säuren und Basen führten. Den supramolekularen Aspekt hatte er bei seinen ausgefeilten Strukturbeschreibungen stets im Blick. Sucht man nach einem Bindeglied für die weitgefächerten wissenschaftlichen Aktivitäten, findet man es schon fast bildlich beim Begriff „Wasserstoffbrückenbindung“.  Auch wenn er dies in seiner zurückhaltenden und bescheidenen Art wahrscheinlich zurückgewiesen hätte, ist es keinesfalls zu hoch gegriffen, ihn im Rückblick auf sein Lebenswerk als einen der Experten für die „Chemie und die Strukturchemie der Wasserstoffbindung“ zu bezeichnen. Dietrich Mootz hatte sich bereits seit längerer Zeit vollständig aus dem Institutsleben zurückgezogen, seine Forschung auf verwandten Gebieten und wertvolle Ratschläge, die er einigen von uns auf Nachfrage gern gegeben hat, wirken aber immer noch nach. Wir werden Prof. Dr. Dietrich Mootz stets ein ehrendes Andenken bewahren. Seinen Hinterbliebenen gilt unser tiefes Mitgefühl.

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